Veröffentlicht am März 15, 2024

Der entscheidende Faktor für einen erfolgreichen Rauchstopp ist nicht allein Willenskraft, sondern eine strategische, fachärztlich geführte medizinische Begleitung.

  • Diagnostische Präzision (z.B. Lungenfunktionstests) deckt frühzeitig Risiken wie eine COPD auf und schafft eine klare Ausgangsbasis.
  • Personalisierte Therapiepläne, die Medikamente, digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) und Verhaltenstherapie kombinieren, überwinden die Sucht systematisch.

Empfehlung: Konsultieren Sie frühzeitig einen Facharzt, um Ihre individuelle Strategie zu entwickeln und wertvolle Zeit sowie Gesundheit zu sparen, anstatt auf weitere Fehlversuche zu warten.

Jeder gescheiterte Versuch, mit dem Rauchen aufzuhören, hinterlässt Frustration und den nagenden Gedanken, es fehle an der nötigen Willenskraft. Viele Raucher greifen zu frei verkäuflichen Nikotinpflastern oder versuchen es mit reiner Willensstärke – oft mit dem immer gleichen, entmutigenden Ergebnis. Dieser Kreislauf aus Hoffnung und Enttäuschung ist für viele langjährige Raucher, insbesondere mit Vorerkrankungen, nicht nur zermürbend, sondern auch gesundheitlich riskant.

Doch was wäre, wenn der entscheidende Fehler nicht im Mangel an Willenskraft, sondern im Fehlen einer professionellen Strategie liegt? Was, wenn der Rauchstopp weniger ein Kampf und mehr ein präzise geplanter medizinischer Prozess ist? Die landläufige Meinung, man müsse es „alleine schaffen“, ignoriert die komplexen physischen und psychischen Mechanismen der Nikotinabhängigkeit. Ein Facharzt ist in diesem Kontext nicht nur ein Helfer, sondern Ihr strategischer Partner. Er setzt auf diagnostische Präzision, um Ihren individuellen Gesundheitszustand zu erfassen, und erstellt daraus einen maßgeschneiderten Therapieplan, der weit über Standardempfehlungen hinausgeht.

Dieser Artikel beleuchtet den entscheidenden Mehrwert einer fachärztlichen Begleitung in Deutschland. Wir klären, wann der Gang zum Lungenfacharzt unumgänglich wird, wie Sie sich optimal auf die erste Konsultation vorbereiten und welche Kosten die Krankenkassen übernehmen. Es ist an der Zeit, den Rauchstopp nicht als persönliche Prüfung, sondern als eine lösbare medizinische Herausforderung zu betrachten.

Um Ihnen einen klaren Überblick über die strategischen Schritte zum erfolgreichen Rauchstopp mit ärztlicher Hilfe zu geben, haben wir die wichtigsten Aspekte für Sie strukturiert. Der folgende Leitfaden führt Sie durch alle relevanten Etappen – von der Wahl des richtigen Spezialisten bis zur langfristigen Erfolgssicherung.

Welche 4 Warnzeichen bedeuten, dass Sie einen Lungenfacharzt statt Hausarzt brauchen?

Der Hausarzt ist oft die erste Anlaufstelle, doch bei langjährigem Tabakkonsum oder spezifischen Symptomen ist die Expertise eines Pneumologen (Lungenfacharztes) unerlässlich. Bestimmte Warnzeichen sollten Sie als klares Signal verstehen, direkt den Spezialisten aufzusuchen. Diese Symptome deuten möglicherweise auf bereits eingetretene Lungenschäden wie eine chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD) hin, die eine spezialisierte Diagnostik erfordern.

Ein zentrales Warnsignal ist chronischer Husten. Insbesondere ein Husten, der länger als vier Wochen anhält und von Auswurf begleitet wird, ist alarmierend, wie Lungenärzte warnen. Anders als oft angenommen, ist dies ein häufigeres Frühwarnzeichen für ernsthafte Erkrankungen als Bluthusten. Ein weiteres kritisches Zeichen ist Atemnot, die bereits bei leichten körperlichen Anstrengungen wie Treppensteigen auftritt. Dies deutet auf eine eingeschränkte Lungenkapazität hin.

Die diagnostische Präzision eines Pneumologen ist hier entscheidend. Er kann Messungen durchführen, die in einer Hausarztpraxis nicht möglich sind. Dazu gehört die Messung der Kohlenmonoxid-Werte in der Atemluft, die den Grad der Belastung direkt anzeigt. Noch wichtiger ist die Spirometrie, oft kombiniert mit einer Bodyplethysmographie. Dieser Lungenfunktionstest misst objektiv, wie gut Ihre Lunge arbeitet und ob eine Verengung der Atemwege vorliegt. Diese Tests bilden die Grundlage für einen personalisierten Therapieplan und sind entscheidend für das Management möglicher Folgeerkrankungen. Sie liefern eine unersetzliche Bestandsaufnahme Ihrer Lungengesundheit.

Diese vier kritischen Warnzeichen erfordern die Abklärung durch einen Lungenfacharzt:

  • Chronischer Husten mit oder ohne Auswurf, der über vier Wochen anhält.
  • Atemnot bei körperlicher Belastung, die früher mühelos bewältigt wurde.
  • – Nachweisbar erhöhte CO-Werte in der Atemluft, die nur beim Facharzt messbar sind.

  • Eine durch Spirometrie objektiv festgestellte, eingeschränkte Lungenfunktion.

Wie Sie sich auf die erste Raucherentwöhnungs-Konsultation vorbereiten: Die Checkliste?

Die erste Konsultation beim Facharzt ist der Grundstein für Ihre persönliche Rauchstopp-Strategie. Eine gute Vorbereitung ermöglicht es dem Arzt, Ihre Situation präzise zu analysieren und direkt einen effektiven Therapieplan zu entwerfen. Betrachten Sie diesen Termin nicht als einfache Untersuchung, sondern als strategisches Planungsgespräch. Je mehr relevante Informationen Sie liefern, desto passgenauer wird die Unterstützung ausfallen.

Der Schlüssel liegt in der Dokumentation Ihrer Rauchhistorie und bisherigen Erfahrungen. Der Arzt muss verstehen, wie stark Ihre Abhängigkeit ist und welche Hürden in der Vergangenheit zum Scheitern geführt haben. Dies umfasst nicht nur die Anzahl der Zigaretten pro Tag, sondern auch die spezifischen Situationen (Trigger), die den Drang zum Rauchen auslösen. Eine detaillierte Vorbereitung spart wertvolle Zeit und erhöht die Effektivität der Beratung erheblich.

Vorbereitung für Raucherentwöhnungs-Konsultation mit Dokumenten und Checkliste

Die folgenden Punkte dienen als Leitfaden, um alle notwendigen Informationen und Unterlagen für Ihren ersten Termin zusammenzustellen. Diese systematische Herangehensweise signalisiert dem Arzt Ihre Ernsthaftigkeit und ermöglicht eine zielgerichtete, medizinisch fundierte Planung Ihres Rauchstopps.

Ihr Aktionsplan zur Vorbereitung: Die ärztliche Konsultation

  1. Nikotinabhängigkeit bewerten: Führen Sie vorab online den Fagerström-Test durch. Das Ergebnis gibt dem Arzt eine schnelle Einschätzung über den Grad Ihrer körperlichen Abhängigkeit.
  2. Fehlversuche analysieren: Erstellen Sie eine Liste Ihrer bisherigen Rauchstoppversuche. Notieren Sie, welche Methoden Sie probiert haben und warum sie gescheitert sind (z.B. starke Entzugserscheinungen, soziale Trigger, Stress).
  3. Medikamentensicherheit gewährleisten: Listen Sie alle Medikamente, die Sie aktuell einnehmen, vollständig auf. Dies ist entscheidend, um Wechselwirkungen mit potenziellen Entwöhnungsmedikamenten zu vermeiden.
  4. Administrative Grundlagen schaffen: Halten Sie Ihre Gesundheitskarte bereit. Informieren Sie sich zudem vorab, ob es sich bei bestimmten Leistungen um IGeL (Individuelle Gesundheitsleistungen) handelt und welche Fragen Sie zur Kostenübernahme haben.
  5. Rauchverhalten dokumentieren: Führen Sie für einige Tage ein einfaches Rauchtagebuch. Notieren Sie, wann und in welchen Situationen Sie rauchen. Das hilft, individuelle Trigger zu identifizieren.

Pneumologe vs. Kardiologe vs. Tabakologe: Welcher Facharzt für Ihren Fall?

Die Entscheidung für ärztliche Hilfe ist getroffen, doch welcher Spezialist ist der richtige Ansprechpartner? Die Wahl des Facharztes sollte sich an Ihren individuellen gesundheitlichen Voraussetzungen und dem Schwerpunkt Ihrer Abhängigkeit orientieren. Jeder Experte bringt eine spezifische Perspektive und diagnostische Werkzeuge mit, die für Ihren Erfolg entscheidend sein können. Es geht darum, den strategischen Partner zu finden, der Ihre dringendsten Probleme adressiert.

Der Pneumologe ist der Lungenfacharzt und die erste Wahl, wenn Sie bereits unter respiratorischen Symptomen wie chronischem Husten oder Atemnot leiden. Seine Expertise liegt in der Diagnose und Behandlung von Lungenerkrankungen wie COPD oder Asthma, die durch das Rauchen verursacht oder verschlimmert werden. Mit Tests wie der Spirometrie kann er das Ausmaß von Lungenschäden objektiv beurteilen und den Rauchstopp in ein umfassendes Lungen-Gesundheitsmanagement einbetten.

Der Kardiologe, der Herz-Spezialist, ist der richtige Ansprechpartner, wenn bei Ihnen bereits Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck, eine koronare Herzkrankheit oder ein früherer Herzinfarkt vorliegen. Da Rauchen ein Hauptrisikofaktor für kardiovaskuläre Ereignisse ist, wird er den Rauchstopp als zentralen Baustein Ihrer Herztherapie betrachten. Er überwacht insbesondere Blutdruck und Blutfettwerte während des Entwöhnungsprozesses.

Der Tabakologe ist ein Arzt oder Psychologe mit einer speziellen Zusatzausbildung in der Behandlung der Tabakabhängigkeit. Seine Stärke liegt im Management der psychischen Abhängigkeit und in der Verhaltenstherapie. Er ist ideal, wenn die psychische Komponente – die Gewohnheit, die Rituale, das Verlangen in Stresssituationen – Ihre größte Hürde darstellt. Oft arbeiten Pneumologen und Kardiologen eng mit Tabakologen zusammen, um eine ganzheitliche Betreuung zu gewährleisten.

Die folgende Tabelle fasst die Zuständigkeiten zusammen, um Ihnen die Entscheidung zu erleichtern.

Vergleich der Fachärzte für Raucherentwöhnung
Facharzt Spezialisierung Indikation
Pneumologe Lungenfunktion, COPD, Spirometrie Bei Husten, Atemnot, Verdacht auf Lungenschäden
Kardiologe Herz-Kreislauf, Bluthochdruck Bei bestehenden Herzerkrankungen, Hypertonie
Tabakologe Suchtmedizin, psychische Abhängigkeit Bei starker psychischer Abhängigkeit und wiederholten Rückfällen

Da viele Patienten ihre chronischen Lungenerkrankungen auch dem Rauchen zu verdanken haben, muss der Lungenfacharzt viel Wert auf Aufklärung und prophylaktische Maßnahmen wie Raucherentwöhnung legen.

– MedLexi Fachredaktion, MedLexi – Medizinisches Lexikon

Der Fehler, erst nach 5 gescheiterten Versuchen zum Facharzt zu gehen: Verlorene Zeit?

Viele Raucher betrachten den Gang zum Arzt als letzte Eskalationsstufe, die erst nach zahlreichen gescheiterten Eigenversuchen in Betracht gezogen wird. Diese Haltung basiert auf dem Missverständnis, dass der Rauchstopp primär eine Frage der Willenskraft sei. Doch jeder gescheiterte Versuch ist mehr als nur eine Enttäuschung – es ist verlorene Zeit, in der die gesundheitlichen Schäden fortschreiten und die psychologischen Hürden für den nächsten Anlauf wachsen. Die Datenlage ist hier eindeutig.

Während die Erfolgsquote bei unbegleiteten Versuchen oft im niedrigen einstelligen Prozentbereich liegt, erreichen strukturierte Programme unter ärztlicher Führung signifikant höhere Raten. Studien zeigen, dass mit einer Kombination aus professioneller Beratung und medikamentöser Unterstützung Erfolgsquoten von 40 % und mehr realistisch sind, wie das Deutsche Ärzteblatt bestätigt. Auf einen Facharzt zu warten, bedeutet also, sich bewusst für eine Methode mit einer weitaus geringeren Erfolgswahrscheinlichkeit zu entscheiden.

Visualisierung der verlorenen Zeit und Gesundheit durch gescheiterte Aufhörversuche

Der finanzielle Aspekt unterstreicht diese verlorene Zeit. Ein Raucher, der eine Schachtel pro Tag konsumiert, gibt bei einem durchschnittlichen Preis von 8 € pro Schachtel über fünf Jahre etwa 14.600 € aus. Demgegenüber stehen die einmaligen, oft von der Krankenkasse bezuschussten Kosten eines facharztgestützten Programms. Jeder Monat des Zögerns ist somit nicht nur gesundheitlich, sondern auch finanziell ein Verlust. Der Facharzt ist kein „letzter Ausweg“, sondern der effizienteste erste Schritt. Er verkürzt den Weg zum Erfolg und minimiert die Zeit, in der Ihr Körper den schädlichen Auswirkungen des Tabaks ausgesetzt ist. Frühzeitiges Handeln ist eine Investition in Ihre Gesundheit und Ihren Geldbeutel.

Welche Raucherentwöhnungs-Leistungen Ihre Krankenkasse in Deutschland übernimmt?

Die Sorge vor hohen Kosten hält viele Raucher davon ab, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Doch das deutsche Gesundheitssystem bietet mittlerweile eine breite Palette an Unterstützungsleistungen, die von den gesetzlichen Krankenkassen (GKV) bezuschusst oder vollständig übernommen werden. Das Wissen um diese Möglichkeiten ist ein wichtiger Motivator und senkt die finanzielle Hürde erheblich. Die Basis hierfür bildet oft das Sozialgesetzbuch (SGB V).

Ein zentraler Baustein sind zertifizierte Präventionskurse nach § 20 SGB V. Dabei handelt es sich um strukturierte Gruppenkurse zur Raucherentwöhnung, die von den Kassen mit 80 bis 100 % der Kosten bezuschusst werden. Diese Kurse kombinieren Wissensvermittlung mit verhaltenstherapeutischen Ansätzen und dem Austausch in der Gruppe. Ihr Haus- oder Facharzt kann Ihnen bei der Suche nach einem passenden, zertifizierten Angebot in Ihrer Nähe helfen.

Ein besonders moderner und zugänglicher Weg sind die Digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA), auch bekannt als „Apps auf Rezept“. Apps wie „NichtraucherHelden“ sind dauerhaft im DiGA-Verzeichnis des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) gelistet. Bei einer Diagnose wie Tabakabhängigkeit (ICD-10: F17.2) kann Ihr Arzt diese App verschreiben. Die Kosten in Höhe von mehreren hundert Euro werden dann zu 100 % von Ihrer Krankenkasse übernommen. Diese Apps bieten interaktive Video-Coachings und tägliche Übungen zur Motivation und Rückfallprävention.

Die Kostenübernahme für medikamentöse Therapien (z.B. mit Vareniclin oder Bupropion) ist aktuell noch restriktiv, wird sich aber ab 2025 voraussichtlich ändern, insbesondere für Patienten mit schwerer Tabakabhängigkeit. Eine Verhaltenstherapie im Einzelsetting kann nach individueller Prüfung und bei medizinischer Notwendigkeit ebenfalls erstattet werden. Die folgende Übersicht fasst die wichtigsten Leistungen zusammen.

Kostenerstattung der Krankenkassen für Raucherentwöhnung in Deutschland
Leistung Erstattung Voraussetzung
Präventionskurse (§20 SGB V) 80-100% Zertifizierte Programme
DiGA (Apps auf Rezept) 100% Ärztliche Verschreibung bei F17.2
Medikamente (ab 2025) Teilweise Schwere Tabakabhängigkeit
Verhaltenstherapie Nach Prüfung Medizinische Notwendigkeit

Wie Sie sich auf die erste Raucherentwöhnungs-Konsultation vorbereiten: Die Checkliste?

Neben der Sammlung von Dokumenten und Fakten ist die mentale Vorbereitung auf die erste Konsultation ebenso entscheidend. Dieser Termin markiert einen Wendepunkt. Sie übergeben einen Teil der Verantwortung an einen strategischen Partner, bleiben aber der Hauptakteur Ihres Erfolgs. Eine klare innere Haltung und realistische Erwartungen sind das Fundament, auf dem der medizinische Plan aufbauen kann. Es geht darum, vom passiven „Hoffen“ ins aktive „Planen“ zu kommen.

Zunächst ist es wichtig, sich ehrlich mit den eigenen Motiven auseinanderzusetzen. Warum wollen Sie wirklich aufhören? Schreiben Sie Ihre persönlichen Gründe auf – nicht die, die man allgemein nennt („es ist gesünder“), sondern Ihre ganz eigenen. Möchten Sie für Ihre Enkelkinder fitter sein? Wollen Sie wieder Treppen steigen ohne Atemnot? Wollen Sie sich von der finanziellen Last befreien? Diese persönlichen Motivatoren sind Ihr stärkster Anker in schwierigen Phasen. Teilen Sie diese mit Ihrem Arzt; sie helfen ihm, die Beratung individuell auf Sie zuzuschneiden.

Setzen Sie sich zudem realistische Erwartungen. Der Rauchstopp ist ein Prozess, kein einmaliges Ereignis. Es wird gute und schlechte Tage geben. Ein möglicher Rückfall ist kein Scheitern, sondern eine Datenerhebung für die weitere Strategie. Besprechen Sie mit dem Arzt Ihre größten Ängste: Gewichtszunahme, Reizbarkeit, der Verlust eines „Freundes“. Ein guter Facharzt wird diese Sorgen nicht abtun, sondern konkrete Strategien dafür entwickeln. Die mentale Vorbereitung bedeutet, sich auf einen Marathon einzustellen, nicht auf einen Sprint, und den Arzt als Ihren Trainer für diese Strecke zu akzeptieren.

Wie Sie die ersten 3 Gesundheitschecks nach Rauchstopp zeitlich optimal planen?

Der Rauchstopp ist vollzogen – ein riesiger Erfolg. Doch die Arbeit des strategischen Gesundheitsmanagements fängt hier erst richtig an. Regelmäßige Gesundheitschecks nach dem Rauchstopp sind kein Misstrauensvotum, sondern ein entscheidendes Instrument zur Erfolgskontrolle und Motivation. Sie machen die positiven Veränderungen im Körper sichtbar, lange bevor Sie sie vielleicht vollständig spüren. Diese Termine helfen Ihnen und Ihrem Arzt, den Genesungsprozess zu objektivieren und bei Bedarf frühzeitig gegenzusteuern.

Die Planung dieser Checks folgt einer klaren zeitlichen Logik, die auf die Regenerationsphasen des Körpers abgestimmt ist. Der erste Check sollte relativ zeitnah stattfinden, um den unmittelbaren Erfolg zu bestätigen und einen Motivationsschub für die kritische Anfangsphase zu geben. Die darauffolgenden Termine dienen der Überwachung der langfristigen Verbesserungen, insbesondere der Lungen- und Herz-Kreislauf-Funktion.

Dr. Michael Barczok, ein Experte vom Bundesverband der Pneumologen, betont die Wichtigkeit dieser Nachsorge. Er erklärt:

Mit einem Lungenfunktionstest lässt sich das Ausmaß der Atemwegsverengung bestimmen. Raucher sollten darüber hinaus noch eine CO-Diffusionsmessung durchführen lassen, die nur wenige Minuten dauert. Dabei misst der Arzt die Fähigkeit der Lunge, Sauerstoff aus der Luft aufzunehmen.

– Dr. Michael Barczok, Bundesverband der Pneumologen

Diese Messungen liefern harte Fakten über Ihre Fortschritte. Die Dokumentation, wie sich Ihre Werte von Termin zu Termin verbessern, ist ein unglaublich starkes psychologisches Werkzeug, das Ihnen hilft, auch in schwierigen Momenten am Ball zu bleiben. Die folgende Zeitachse gibt eine klare Empfehlung für die Planung.

Ihr Fahrplan für die Gesundheits-Check-ups nach dem Rauchstopp

  1. Check 1 (nach 1 Monat): Eine erneute CO-Messung in der Atemluft beim Facharzt. Ein Wert nahe Null bestätigt den Erfolg und motiviert enorm für die nächste Etappe.
  2. Check 2 (nach 6 Monaten): Wiederholung der Spirometrie (Lungenfunktionstest). Oft zeigen sich hier bereits erste signifikante Verbesserungen der Lungenkapazität.
  3. Check 3 (nach 12 Monaten): Ein umfassender Herz-Kreislauf-Check mit Messung von Blutdruck und Blutfettwerten. Dies ist ein guter Zeitpunkt, um den Check-up in die reguläre Gesundheitsvorsorge (ab 35 Jahren) zu integrieren.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die frühzeitige Konsultation eines Facharztes ist kein Eingeständnis von Schwäche, sondern eine strategische Investition, die die Erfolgschancen signifikant erhöht.
  • Eine präzise Diagnostik (Lungenfunktion, CO-Werte) ist die unerlässliche Grundlage für jeden personalisierten und damit wirksamen Therapieplan.
  • Die effektivste Strategie in Deutschland kombiniert ärztliche Führung mit modernen Werkzeugen wie Verhaltenstherapie und digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA), deren Kosten oft von den Krankenkassen getragen werden.

Wie psychologische Unterstützung die Rückfallquote um 70% senkt: Die 3 Therapieformen?

Die körperliche Abhängigkeit von Nikotin ist nur die eine Hälfte der Herausforderung. Die andere, oft hartnäckigere Hälfte ist die psychische Abhängigkeit – die tief verwurzelten Gewohnheiten, die Verknüpfung der Zigarette mit Emotionen wie Stress oder Belohnung und die automatisierten Handlungsabläufe. Hier setzt die psychologische Unterstützung an, ein entscheidender Pfeiler, der die Rückfallquote drastisch senken kann. Aktuelle Studien zeigen, dass eine Verhaltenstherapie allein die Abstinenzrate auf etwa 20 % steigern kann, in Kombination mit Medikamenten sogar auf über 30 % – eine massive Steigerung gegenüber unbegleiteten Versuchen.

Die effektivste und am weitesten verbreitete Methode ist die Kognitive Verhaltenstherapie (KVT). Ihr Ziel ist es, die automatischen Gedanken und Verhaltensmuster, die zum Rauchen führen, zu identifizieren und aktiv umzustrukturieren. Anstatt dem Impuls „Stress = Zigarette“ nachzugeben, lernen Patienten, die Situation neu zu bewerten und alternative, gesunde Bewältigungsstrategien anzuwenden. Dies ist kein passives Zuhören, sondern ein aktives Training des Gehirns.

Eine weitere, sehr wirksame Methode ist das Motivational Interviewing (MI). Statt belehrender Ratschläge hilft der Therapeut dem Patienten hierbei, seine eigene, intrinsische Motivation für den Rauchstopp zu finden und zu verstärken. Durch gezielte Fragen werden die Widersprüche zwischen dem Wunsch, gesund zu leben, und dem aktuellen Rauchverhalten herausgearbeitet. Dies stärkt die Selbstverpflichtung und das Vertrauen in die eigene Fähigkeit zur Veränderung.

Schließlich bietet die Gruppentherapie einen unschätzbaren Vorteil: den Austausch mit Gleichgesinnten und das Gefühl, nicht allein zu sein. Der soziale Druck, der oft zum Rauchen verleitet, wird hier in unterstützende soziale Dynamik umgekehrt. Viele dieser Kurse sind als Präventionskurse von den Krankenkassen anerkannt. Für die Suche nach einem qualifizierten Therapeuten für Einzel- oder Gruppentherapie sind Anlaufstellen wie der Patientenservice unter der Nummer 116117 oder Portale wie therapie.de hilfreich.

Die Kombination aus medizinischer und psychologischer Betreuung ist der Goldstandard. Um Ihre Strategie zu vervollständigen, sollten Sie die passende Form der psychologischen Unterstützung in Betracht ziehen.

Der erste Schritt ist oft der schwerste, aber auch der entscheidendste. Warten Sie nicht auf ein weiteres gescheitertes Vorhaben. Suchen Sie das Gespräch mit Ihrem Arzt und entwickeln Sie noch heute Ihre persönliche, medizinisch fundierte Strategie für ein rauchfreies Leben.

Geschrieben von Lisa Becker, Lisa Becker ist E-Zigaretten-Fachberaterin und Produktspezialistin mit 12 Jahren Erfahrung in der Dampf-Branche. Sie leitet ein spezialisiertes Fachgeschäft für E-Zigaretten und berät täglich Umsteiger von Tabak auf E-Zigaretten bei der Auswahl von Geräten und Liquids.