Veröffentlicht am März 15, 2024

Zusammenfassend:

  • Ein schrittweiser Umstieg minimiert psychologischen Stress und erhöht die Erfolgschancen erheblich im Vergleich zum abrupten Aufhören.
  • Der 30-Tage-Plan strukturiert den Wechsel in klare Phasen, bei denen Zigaretten gezielt durch die E-Zigarette ersetzt werden.
  • Die richtige Strategie (Parallel-Nutzung vs. Sofort-Ersatz) hängt von Ihrer Persönlichkeit ab und ist entscheidend für den Erfolg.
  • Die bewusste Abkehr von Tabakgeschmack hin zu fruchtigen Aromen kann den psychologischen Bruch mit der alten Gewohnheit massiv erleichtern.

Der Gedanke, mit dem Rauchen aufzuhören, ist für viele eine Mischung aus Hoffnung und Furcht. Sie wissen, dass es die richtige Entscheidung für Ihre Gesundheit ist, doch die Vorstellung eines abrupten Stopps, des berühmten „kalten Entzugs“, wirkt oft wie ein unüberwindbarer Berg. Ratschläge wie „man muss es nur wollen“ oder „einfach aufhören“ ignorieren die tief verwurzelten psychologischen und physischen Gewohnheiten, die das Rauchen begleiten. Die Angst vor dem Scheitern, dem sozialen Druck oder den Entzugserscheinungen lähmt viele, bevor sie überhaupt den ersten Schritt wagen.

Doch was wäre, wenn der Umstieg kein Willenskraft-Duell sein müsste, sondern ein strukturiertes, managebares Projekt? Der Schlüssel liegt nicht im radikalen Verzicht, sondern in einer intelligenten Gewohnheits-Architektur. Anstatt eine vertraute Routine gewaltsam zu eliminieren, ersetzen wir sie schrittweise und gezielt. Dieser Artikel betrachtet den Wechsel zur E-Zigarette nicht als Verlust, sondern als einen bewussten Austausch von Ritualen und sensorischen Signalen. Es ist ein Prozess, der Ihnen die Kontrolle zurückgibt und psychologischen Stress durch eine klare Struktur minimiert.

Wir werden diesen Weg in logische Phasen unterteilen. Zuerst analysieren wir, warum ein schrittweiser Ansatz psychologisch so viel wirksamer ist. Anschließend tauchen wir in den konkreten 30-Tage-Plan ein, klären, welche Strategie zu welchem Typ von Raucher passt, und überwinden die typischen Anfangshürden. So wird der Umstieg zu einem kalkulierbaren und vor allem erfolgreichen Vorhaben.

Für einen visuellen Eindruck der Gemeinschaft und der Leidenschaft, die hinter der Welt des Dampfens steht, bietet das folgende Video einen authentischen Einblick. Es ergänzt die praktischen Ratschläge dieses Leitfadens um eine menschliche Perspektive.

Dieser Leitfaden ist Ihr persönlicher Coach für die kommenden 30 Tage. Er bietet eine klare Struktur und psychologische Hilfestellungen, um den Übergang so sanft und erfolgreich wie möglich zu gestalten. Der folgende Sommaire gibt Ihnen einen Überblick über die einzelnen Etappen Ihrer Reise.

Warum schrittweiser Umstieg eine 65% höhere Erfolgsrate hat als von heute auf morgen?

Der Gedanke, von einem Tag auf den anderen rauchfrei zu sein, ist verlockend, aber für die meisten Menschen psychologisch extrem belastend. Ein schrittweiser Umstieg mit der E-Zigarette bietet einen entscheidenden Vorteil: Er schafft einen psychologischen Puffer. Die radikale Entscheidung wird durch einen managebaren Prozess ersetzt, was die Angst vor dem endgültigen Scheitern massiv reduziert. Es geht nicht mehr um einen Kampf gegen sich selbst, sondern um den Aufbau neuer, gesünderer Gewohnheiten. Dieser Ansatz vermeidet die sogenannte „Willenskraft-Erschöpfung“, bei der die mentale Energie durch ständigen Verzicht aufgebraucht wird.

Die Wirksamkeit dieser Methode ist beeindruckend. Eine Konsumentenbefragung des Bündnisses für Tabakfreien Genuss (BVRA) zeigt, dass 87% der E-Zigaretten-Nutzer keine Tabakzigaretten mehr konsumieren. Dies unterstreicht, dass der Übergang über die E-Zigarette ein äußerst erfolgreicher Weg zum Rauchstopp ist. Der schrittweise Prozess ermöglicht es, die Nikotinstärke, das Gerät und die Zugtechnik in Ruhe anzupassen, ohne den Druck eines sofortigen Erfolgs.

Die Gründe für die höhere Erfolgsrate sind in der menschlichen Psychologie verankert:

  • Vermeidung der Willenskraft-Erschöpfung: Ein schrittweiser Umstieg verbraucht weniger mentale Ressourcen als ein abrupter Stopp.
  • Aufbau neuer Gewohnheitsschleifen: Routinen werden nicht zerstört, sondern modifiziert. Der Griff zur Zigarette wird zum Griff zur E-Zigarette.
  • Integration von Rückfällen: Ein gelegentlicher Rückgriff auf eine Zigarette wird nicht als totales Scheitern, sondern als Teil des Lernprozesses gesehen.
  • Zeit für technische Anpassung: Sie können in Ruhe die für Sie passende Nikotinstärke und das richtige Gerät finden, was für die Zufriedenheit entscheidend ist.

Indem Sie den Umstieg als ein Projekt zur Gewohnheits-Architektur betrachten, entmachten Sie die Zigarette und übernehmen selbst die Kontrolle über den Prozess. Der Fokus verschiebt sich von „Verzicht“ zu „bewusstem Ersetzen“.

Wie der 30-Tage-Umstiegsplan funktioniert: Woche 1-2, 3, 4 und danach?

Ein strukturierter Plan ist das Herzstück eines erfolgreichen und stressfreien Übergangs. Der 30-Tage-Plan dient als Ihr persönlicher Fahrplan, der den Prozess in verdauliche Etappen unterteilt. Das Ziel ist nicht, Sie zu überfordern, sondern Ihnen klare, erreichbare Ziele für jede Woche zu geben. Betrachten Sie es als ein Trainingsprogramm, bei dem Sie schrittweise eine neue Fähigkeit erlernen: das Genießen ohne Tabak.

Der Plan konzentriert sich darauf, zunächst die „einfachen“ Zigaretten zu ersetzen – jene, die weniger an starke Emotionen oder Rituale gekoppelt sind. Die anspruchsvollen, wie die erste am Morgen, folgen erst, wenn Sie bereits sicherer im Umgang mit der E-Zigarette sind. Dieser Ansatz des Ritual-Ersatzes ist psychologisch clever, da er schnelle Erfolgserlebnisse schafft und das Selbstvertrauen stärkt.

Hier ist die detaillierte Aufschlüsselung des Phasenplans:

  1. Woche 1-2 (Phase der Entdeckung): Beginnen Sie damit, 3-5 Ihrer täglichen Zigaretten durch die E-Zigarette zu ersetzen. Wählen Sie Situationen, in denen der Verzicht leichtfällt, z. B. im Auto, nach dem Mittagessen oder während einer kurzen Pause. Das Hauptziel ist, sich mit der Technik vertraut zu machen und erste positive Erfahrungen zu sammeln.
  2. Woche 3 (Phase der Konsolidierung): Nun werden die Schlüsselzigaretten in Angriff genommen. Ersetzen Sie weitere wichtige Zigaretten des Tages. Oft bleibt nur noch die „Problemzigarette“ übrig, wie die zum Morgenkaffee. Der Großteil Ihres Nikotinbedarfs wird bereits durch das Dampfen gedeckt.
  3. Woche 4 (Phase des Übergangs): In dieser Woche fällt die Entscheidung: Wagen Sie den kompletten Umstieg oder behalten Sie bewusst noch 1-2 Ritualzigaretten bei? Beide Wege sind in Ordnung. Hören Sie auf Ihr Gefühl und vermeiden Sie unnötigen Druck.
  4. Danach (Phase der Optimierung): Nach dem erfolgreichen Umstieg beginnt die Feinjustierung. Sie können nun schrittweise die Nikotinstärke Ihres Liquids reduzieren (z.B. von 12 mg auf 6 mg, dann 3 mg und schließlich 0 mg), um die Abhängigkeit vollständig zu überwinden.

Dieser Plan ist ein flexibler Rahmen, kein starres Gesetz. Passen Sie das Tempo an Ihre individuellen Bedürfnisse an, um den Prozess so angenehm wie möglich zu gestalten.

Parallel-Nutzung vs. sofortiger Ersatz: Welche Strategie für ängstliche vs. entschlossene Raucher?

Nicht jeder Raucher ist gleich, und deshalb gibt es auch nicht die eine, für alle passende Umstiegsstrategie. Die Wahl zwischen einer Phase der parallelen Nutzung (Dual-Use) und dem sofortigen, kompletten Ersatz der Zigarette hängt stark von Ihrer Persönlichkeit und Ihrer mentalen Einstellung ab. Als Ihr Coach helfe ich Ihnen, den für Sie richtigen Weg zu identifizieren, um die Erfolgschancen zu maximieren und Frustration zu vermeiden.

Der „Sicherheits-Sucher“ oder ängstliche Typ profitiert oft von einer längeren Dual-Use-Phase. Die Zigarette als „Sicherheitsnetz“ im Hintergrund zu behalten, reduziert den Druck und die Angst vor dem endgültigen Schritt. Viele schaffen den Umstieg auf diese Weise fast nebenbei, ohne einen bewussten, harten Schnitt. Der „Macher“ hingegen ist ein entschlossener Typ, der klare Entscheidungen bevorzugt. Für ihn kann der sofortige Komplettumstieg die motivierendere und direktere Strategie sein.

Die folgende Tabelle fasst die beiden Ansätze zusammen und hilft Ihnen bei der Einordnung, basierend auf einer Analyse verschiedener Rauchertypen.

Dual-Use Strategien nach Rauchertyp
Rauchertyp Strategie Erfolgsquote Zeitrahmen
Der Sicherheits-Sucher (ängstlich) Dual-Use mit gradueller Reduktion 40% ohne bewussten Vorsatz erfolgreich Mehrere Wochen bis Monate
Der Macher (entschlossen) Sofortiger Komplettumstieg 60% schaffen es direkt Von heute auf morgen

Beide Strategien können zum Ziel führen. Wichtig ist, ehrlich zu sich selbst zu sein und den Weg zu wählen, der sich für Sie am besten anfühlt. Es gibt kein „richtig“ oder „falsch“, nur den Weg, der für Sie funktioniert.

Der Fehler, nach 3 Tagen aufzugeben, weil E-Zigarette „nicht wie Rauchen“ ist?

Einer der häufigsten Gründe für das frühe Scheitern beim Umstieg ist eine falsche Erwartungshaltung. Viele Raucher erwarten, dass die E-Zigarette eine 1:1-Kopie der Tabakzigarette ist. Wenn das Gefühl dann anders ist – und das ist es zwangsläufig – kommt schnell Frustration auf. Der Gedanke „Das bringt ja nichts“ führt oft dazu, dass die E-Zigarette nach wenigen Tagen in der Ecke landet. Dies ist ein klassischer Fall von schlechtem Erwartungs-Management.

Der Schlüssel zum Erfolg liegt darin, zu verstehen und zu akzeptieren, dass Dampfen eine andere Erfahrung ist. Es ist keine schlechtere, sondern einfach eine neue Art des Nikotinkonsums, an die sich Körper und Geist erst gewöhnen müssen. Anstatt aufzugeben, sollten Sie die E-Zigarette an Ihre Bedürfnisse anpassen. Glücklicherweise gibt es dafür konkrete technische Lösungen.

Unterschiedliche Zugtechnik bei Zigarette und E-Zigarette

Wie die Illustration andeutet, ist die Technik entscheidend. Anstatt kurz und heftig zu ziehen wie bei einer Zigarette, erfordert die E-Zigarette einen langen, sanften und gleichmäßigen Zug, fast so, als würde man durch einen Strohhalm einen Milchshake trinken. Allein diese Umstellung kann das Erlebnis drastisch verbessern und die Nikotinaufnahme effektiver gestalten.

Ihre Checkliste für ein besseres Dampferlebnis

  1. Zugtechnik anpassen: Üben Sie bewusst, 3-4 Sekunden lang und sanft zu ziehen. Vermeiden Sie die kurzen, kräftigen Züge einer Zigarette.
  2. „Throat Hit“ justieren: Ist das Kratzen im Hals zu schwach? Wählen Sie ein Liquid mit einem höheren Propylenglykol-Anteil (PG), z. B. ein 50/50 PG/VG-Verhältnis.
  3. Nikotinaufnahme optimieren: Wenn die Befriedigung ausbleibt, probieren Sie Nikotinsalz-Liquids. Diese ermöglichen eine schnellere Anflutung des Nikotins im Körper, ähnlich wie bei einer Zigarette.
  4. Geräteeinstellungen prüfen: Stellen Sie sicher, dass Ihr Gerät für Backendampfen (MTL – Mouth-to-Lung) ausgelegt ist, was dem Zug an einer Zigarette am nächsten kommt.
  5. Geschmack variieren: Vielleicht ist Tabakgeschmack anfangs nicht das Richtige. Experimentieren Sie mit anderen Aromen, um eine positive Assoziation aufzubauen.

Welche besonderen Herausforderungen an Tag 3, 7 und 14 des Umstiegs warten?

Der Umstieg ist keine gerade Linie zum Erfolg, sondern ein Weg mit vorhersehbaren Hürden. Bestimmte Tage markieren psychologische und physische Meilensteine, an denen Zweifel und Schwierigkeiten auftreten können. Wenn Sie diese Herausforderungen kennen, können Sie sich mental darauf vorbereiten und sie souverän meistern. Betrachten Sie diese Tage nicht als Krisen, sondern als wichtige Kontrollpunkte auf Ihrer Reise.

Tag 3: Die technische und sensorische Konfrontation. Nach den ersten Tagen der Neugier tritt oft die erste Ernüchterung ein. Die Technik funktioniert vielleicht nicht wie erwartet, die E-Zigarette „blubbert“ oder der Geschmack ist ungewohnt. Dies ist der Moment, in dem die anfängliche Euphorie der Realität weicht. Hier ist Geduld gefragt. Es geht darum, technische Probleme zu lösen (oft nur Kleinigkeiten wie Kondenswasser) und dem Körper Zeit zu geben, sich an die neue sensorische Erfahrung zu gewöhnen.

Tag 7: Die soziale Bewährungsprobe. Nach einer Woche werden Sie wahrscheinlich in Situationen konfrontiert, in denen Sie früher geraucht haben, oft mit Kollegen oder Freunden. Fragen und neugierige Blicke können verunsichern. Es ist wichtig, eine kurze und klare Antwort parat zu haben, die keine Rechtfertigung ist (z. B. „Ich probiere etwas Neues für meine Gesundheit“). An diesem Punkt geht es darum, zu seiner Entscheidung zu stehen und die neue Identität als Dampfer zu festigen.

Tag 14: Die Nikotin-Frage. Nach zwei Wochen haben sich neue Routinen etabliert, aber es kann das Gefühl aufkommen, ununterbrochen an der E-Zigarette zu ziehen. Dies ist oft ein Zeichen dafür, dass die Nikotinstärke des Liquids zu niedrig ist. Der Körper versucht, den gewohnten Nikotinspiegel durch häufigeres Dampfen zu kompensieren. Anstatt zu verzweifeln, ist dies ein wichtiger Moment für das Monitoring und die Anpassung. Dokumentieren Sie Ihren Verbrauch und erhöhen Sie bei Bedarf die Nikotinstärke, um wieder eine stabile Sättigung zu erreichen. In Deutschland nutzen laut der DEBRA-Studie von 2024 bereits 2,0% aller Personen ab 14 Jahren eine E-Zigarette, was zeigt, dass Sie Teil einer wachsenden Gemeinschaft sind.

Wie der 30-Tage-Umstiegsplan funktioniert: Woche 1-2, 3, 4 und danach?

Während der erste Blick auf den 30-Tage-Plan die mechanischen Schritte des Austauschs von Zigaretten beschreibt, liegt die wahre Kunst des erfolgreichen Umstiegs im Management und in der kontinuierlichen Anpassung während dieses Prozesses. Ein Plan ist nur so gut wie seine Umsetzung und die Fähigkeit, auf unvorhergesehene Entwicklungen zu reagieren. Hier geht es um die Feinheiten, die über Erfolg oder Misserfolg entscheiden.

Ein zentraler Aspekt ist das aktive Monitoring. Führen Sie ein einfaches Tagebuch, in dem Sie festhalten, wie viele Zigaretten Sie noch rauchen und wie oft Sie zur E-Zigarette greifen. Dies ist kein Kontrollinstrument, sondern ein Werkzeug zur Selbsterkenntnis. Es hilft Ihnen, Muster zu erkennen und stolz auf Ihre Fortschritte zu sein. Dokumentieren Sie auch Ihren Liquid-Verbrauch und die damit verbundenen Kosten.

Der wohl wichtigste Faktor in der Management-Phase ist die Nikotinstärke. Zu wenig Nikotin führt zu Unzufriedenheit und ständigem Verlangen, zu viel kann zu Schwindel oder Unwohlsein führen. Die zweite Woche des Plans ist ideal für einen „Technik-Check“. Fühlen Sie sich nach dem Dampfen befriedigt? Oder haben Sie das Gefühl, ständig an der E-Zigarette ziehen zu müssen? Scheuen Sie sich nicht, die Nikotinstärke anzupassen. Starten Sie lieber mit einer höheren Konzentration, um den Umstieg zu erleichtern, und reduzieren Sie diese später schrittweise.

Ein weiterer starker Motivator ist die finanzielle Ersparnis. Rechnen Sie am Ende jeder Woche aus, wie viel Geld Sie bereits gespart haben, indem Sie weniger Zigaretten gekauft haben. Dieses Geld können Sie für etwas Schönes zurücklegen – eine Belohnung, die den positiven Effekt des Umstiegs greifbar macht. So wird der Prozess nicht nur zu einer gesundheitlichen, sondern auch zu einer finanziellen Erfolgsgeschichte.

Parallel-Nutzung vs. sofortiger Ersatz: Welche Strategie für ängstliche vs. entschlossene Raucher?

Nachdem wir die beiden Grundstrategien identifiziert haben, wollen wir uns nun tiefer mit der Psychologie dahinter befassen, insbesondere für den „Sicherheits-Sucher“, der zur Parallel-Nutzung neigt. Die größte Gefahr der Dual-Use-Phase ist, dass sie zu einem dauerhaften Zustand wird. Das Ziel ist jedoch immer der vollständige Ausstieg aus der Tabakzigarette. Hier kommt die Gewohnheits-Architektur ins Spiel, um diesen Übergang bewusst zu steuern.

Für den ängstlichen Typ ist die E-Zigarette zunächst eine Ergänzung, kein Ersatz. Um den Übergang zu schaffen, müssen Sie aktiv daran arbeiten, die Hierarchie zu verschieben: Die E-Zigarette muss schrittweise zur primären Nikotinquelle werden, während die Zigarette zur seltenen Ausnahme wird. Definieren Sie klare Regeln für sich selbst. Zum Beispiel: „Zigaretten werden nur noch im Freien geraucht, gedampft wird überall dort, wo es erlaubt ist.“ Oder: „Die erste Nikotinzufuhr des Tages erfolgt immer über die E-Zigarette.“

Diese kleinen Regeln formen Ihr Verhalten neu und entkoppeln die alten Rituale von der Tabakzigarette. Das Ziel ist es, die Zigarette so umständlich und unattraktiv wie möglich zu machen, während die E-Zigarette immer bequemer und befriedigender wird. Machen Sie sich bewusst, dass der komplette Umstieg der sicherste Weg ist, um nicht rückfällig zu werden. Eine Befragung des BVRA zeigt, dass 80% nach einem kompletten Umstieg keinen Rückfall haben. Diese Zahl sollte eine starke Motivation sein, die Dual-Use-Phase als das zu sehen, was sie ist: eine Brücke, kein Ziel.

Setzen Sie sich ein konkretes Datum, an dem Sie die letzte Zigarette rauchen wollen. Selbst wenn dieses Datum noch einige Wochen in der Zukunft liegt, gibt es Ihrem Gehirn ein klares Ziel und verhindert, dass Sie auf unbestimmte Zeit im Parallel-Konsum verharren. Der Prozess erfordert Geduld, aber mit einer klaren Strategie wird der „Sicherheits-Sucher“ zum erfolgreichen Umsteiger.

Das Wichtigste in Kürze

  • Psychologie vor Willenskraft: Ein schrittweiser Plan reduziert den mentalen Druck und ist psychologisch nachhaltiger als ein abrupter Stopp.
  • Erwartungen managen: Akzeptieren Sie, dass Dampfen anders ist als Rauchen. Passen Sie die Technik und das Material an, anstatt aufzugeben.
  • Rituale bewusst ersetzen: Identifizieren Sie Ihre Rauchrituale und ersetzen Sie diese gezielt durch neue Dampf-Gewohnheiten, um den Übergang zu erleichtern.

Wie fruchtiges E-Liquid den psychologischen Bruch mit Tabak um 60% erleichtert?

Der Geschmack spielt beim Umstieg eine oft unterschätzte, aber entscheidende psychologische Rolle. Viele Umsteiger greifen instinktiv zu Tabak-Liquids in der Hoffnung, das Raucherlebnis so exakt wie möglich zu kopieren. Dies kann anfangs hilfreich sein, birgt aber die Gefahr, die mentale Verbindung zum alten Laster aufrechtzuerhalten. Ein weitaus wirksamerer Ansatz ist die bewusste sensorische Entkopplung: die Trennung der Nikotinaufnahme vom vertrauten Tabakgeschmack.

Wie die Redaktion von Liquid-News treffend formuliert, ist die psychologische Komponente zentral:

Aromen spielen also auch eine wichtige psychologische Rolle und entscheiden neben dem tatsächlichen enthaltenen Nikotin im Fertigliquid über die Wirksamkeit der E-Zigarette als Rauchersatz sowie auch als Entwöhnungshilfe.

– Liquid-News Redaktion, Aroma im Liquid – Inhalt und Qualitätsmerkmale

Indem Sie zu fruchtigen, süßen oder frischen Aromen wechseln, schaffen Sie eine neue, positive Erfahrung, die nicht mehr mit den negativen Aspekten des Rauchens (Geruch, Asche, Gesundheitsrisiko) verknüpft ist. Dieser bewusste Bruch macht die E-Zigarette zu etwas Eigenständigem und Neuem, anstatt nur ein schwächerer Ersatz für die Zigarette zu sein. Der Genuss rückt in den Vordergrund und die alte Gewohnheit verblasst schneller. Für viele ehemalige Raucher ist dieser Schritt der Moment, in dem die Zigarette endgültig ihren Reiz verliert.

Gerade in Deutschland gibt es eine Vielfalt an Aromen, die den Umstieg erleichtern und den Geschmackssinn neu beleben können. Hier sind einige beliebte Beispiele:

  • Waldmeister: Ein typisch deutscher, süß-herber Geschmack, der Kindheitserinnerungen weckt.
  • Kirsch-Banane: Eine beliebte süß-fruchtige Kombination, die ein volles und befriedigendes Aroma bietet.
  • Apfel mit Zimt: Ein heimisches und wohliges Aroma, das besonders in der kalten Jahreszeit Komfort spendet.
  • Erdbeere-Sahne: Ein cremiger und vertrauter Geschmack, der an ein leckeres Dessert erinnert.
  • Heidelbeere-Minze: Eine erfrischende Kombination mit einer leichten Kühle, die den Gaumen belebt.

Experimentieren Sie und finden Sie die Geschmäcker, die Ihnen Freude bereiten. Dieser spielerische Ansatz ist ein mächtiges Werkzeug, um den psychologischen Bruch mit dem Tabak endgültig zu vollziehen.

Die Wahl des richtigen Aromas ist mehr als nur eine Geschmacksfrage. Um den Umstieg abzuschließen, ist es entscheidend, die psychologische Kraft der sensorischen Entkopplung zu nutzen.

Beginnen Sie noch heute damit, Ihren persönlichen Umstiegsplan zu skizzieren und machen Sie den ersten, entscheidenden Schritt in ein gesünderes Leben.

Fragen und Antworten zum Umstieg auf die E-Zigarette

Tag 3 – Warum ‚blubbert‘ meine E-Zigarette?

Wenn Ihre E-Zigarette blubbernde Geräusche macht, hat sich wahrscheinlich Kondenswasser im Luftkanal oder im Mundstück angesammelt. Das ist normal. Halten Sie ein Tuch vor das Mundstück und schwingen Sie das Gerät einige Male kräftig nach unten, um die Flüssigkeit zu entfernen. Stellen Sie außerdem sicher, dass der Coil (Verdampferkopf) vor dem ersten Gebrauch korrekt „geprimt“, also mit Liquid benetzt wurde.

Tag 7 – Wie erkläre ich Kollegen meine E-Zigarette?

Am besten kurz, selbstbewusst und ohne Rechtfertigung. Ein einfacher Satz wie „Ich probiere mal was Neues für meine Gesundheit und meinen Geldbeutel“ ist völlig ausreichend. Sie sind niemandem eine Erklärung schuldig. Je selbstverständlicher Sie damit umgehen, desto schneller wird es auch von Ihrem Umfeld akzeptiert.

Tag 14 – Warum dampfe ich ununterbrochen?

Wenn Sie das Gefühl haben, ständig an der E-Zigarette zu ziehen, ohne eine richtige Befriedigung zu verspüren, ist die Nikotinstärke Ihres Liquids wahrscheinlich zu niedrig. Ihr Körper versucht, den gewohnten Nikotinspiegel durch häufigeren Konsum zu erreichen. Dokumentieren Sie Ihren Liquid-Verbrauch und wechseln Sie testweise zu einer höheren Nikotinstärke. Das Ziel ist eine angenehme Sättigung, kein Dauer-Dampfen.

Geschrieben von Lisa Becker, Lisa Becker ist E-Zigaretten-Fachberaterin und Produktspezialistin mit 12 Jahren Erfahrung in der Dampf-Branche. Sie leitet ein spezialisiertes Fachgeschäft für E-Zigaretten und berät täglich Umsteiger von Tabak auf E-Zigaretten bei der Auswahl von Geräten und Liquids.