Veröffentlicht am März 12, 2024

Die Suche nach dem exakten Geschmack Ihrer Zigarettenmarke in einem E-Liquid ist zum Scheitern verurteilt; der Schlüssel liegt darin, das Aromenprofil Ihrer Marke zu entschlüsseln und in der Welt der Tabak-Liquids wiederzufinden.

  • Der Unterschied liegt in der Chemie: Verbrennung erzeugt Tausende Nebenprodukte, die Verdampfung nicht reproduziert.
  • Die Basis jedes Geschmacks ist die Tabaksorte: Virginia (süßlich), Burley (würzig) oder Oriental (herb) definieren die Grundrichtung.

Empfehlung: Identifizieren Sie den Charakter Ihrer bisherigen Zigarettenmarke (z.B. American Blend für Marlboro) und wählen Sie gezielt ein Liquid aus derselben Aromenfamilie, anstatt blind zu testen.

Der Umstieg von der klassischen Zigarette zur E-Zigarette ist ein entscheidender Schritt. Doch viele frischgebackene Dampfer erleben eine anfängliche Enttäuschung: Das gekaufte Tabak-Liquid schmeckt einfach nicht wie die über Jahre vertraute Zigarettenmarke. Diese Diskrepanz zwischen Erwartung und Realität kann frustrieren und im schlimmsten Fall sogar zum Rückfall führen. Die meisten Ratgeber begnügen sich mit der simplen Aussage, dass ein identischer Geschmack unmöglich sei, ohne jedoch eine wirkliche Lösung anzubieten.

Die landläufige Meinung ist, man müsse eben unzählige Fläschchen probieren, bis man zufällig das passende findet, oder direkt auf fruchtige Aromen ausweichen. Aber was wäre, wenn die Lösung nicht im zufälligen Probieren, sondern in einem gezielten, fast schon wissenschaftlichen Ansatz liegt? Was, wenn man den Geschmack einer Zigarettenmarke wie ein Sommelier einen Wein analysieren könnte, um sein exaktes Gegenstück in der Welt der E-Liquids zu finden? Genau das ist der Kern dieses Leitfadens: Wir werden nicht jagen, sondern analysieren. Wir behandeln Tabak-Liquids nicht als simple Ersatzprodukte, sondern als komplexe aromatische Kompositionen.

Dieser Artikel führt Sie durch die Kunst der Geschmacksanalyse. Sie lernen, warum der Geschmack von verbranntem Tabak chemisch einzigartig ist und wie Sie die Aromenprofile verschiedener Tabaksorten – Virginia, Oriental und dunkler Tabak – unterscheiden. Wir zeigen Ihnen, wie Sie als ehemaliger Marlboro- oder Lucky-Strike-Raucher die richtige Wahl treffen, warum der sofortige Wechsel zu Fruchtaromen ein Risiko birgt und wie Sie die perfekte Nikotinstärke für einen sanften Übergang ermitteln. Schließlich lüften wir das Geheimnis, warum die besten Tabak-Liquids oft aus einem Dutzend verschiedener Aromen bestehen, um eine wirklich befriedigende Tiefe zu erreichen.

Warum E-Liquid niemals 100% wie verbrannter Tabak schmeckt: Die chemische Erklärung?

Die wichtigste Erkenntnis für jeden Umsteiger ist eine chemische: Der Geschmack einer Zigarette ist nicht der Geschmack von Tabak, sondern das Ergebnis einer Verbrennung bei über 800°C. Bei diesem Prozess, der Pyrolyse, entstehen über 7.000 chemische Verbindungen, darunter Teer, Kohlenmonoxid und unzählige Karzinogene. Dieses komplexe, rauchige, oft als „würzig“ oder „herb“ empfundene Aroma ist untrennbar mit diesen Verbrennungsnebenprodukten verbunden. Ein E-Liquid hingegen wird bei deutlich niedrigeren Temperaturen (ca. 150-250°C) lediglich verdampft. Es findet keine Verbrennung statt.

Dieser fundamentale Unterschied ist der Grund, warum ein E-Liquid den „Aschenbecher-Geschmack“ einer Zigarette niemals zu 100 % imitieren kann – und es auch nicht sollte. Das Ziel eines guten Tabak-Liquids ist es nicht, den Geschmack von Rauch und Teer nachzubilden, sondern die reinen, zugrundeliegenden Aromen des Tabakblatts einzufangen. Man kann es mit dem Unterschied zwischen einem gegrillten Steak und einem sous-vide gegarten Steak vergleichen: Beides ist Rindfleisch, aber das Geschmacksprofil ist durch die Zubereitungsart fundamental anders. Die Röstaromen des Grills fehlen beim Sous-vide-Garen, dafür treten die feinen Fleischnoten klarer hervor.

Genau diese Konzentration auf das reine Aroma macht die E-Zigarette zu einem so wirksamen Werkzeug für den Rauchstopp. Eine umfassende Analyse von Cochrane aus dem Jahr 2024 zeigte, dass E-Zigaretten mehr Menschen beim Rauchstopp helfen als traditionelle Nikotinersatztherapien. Der Erfolg hängt jedoch maßgeblich davon ab, ein Liquid zu finden, das die sensorische Erwartung des Rauchers erfüllt – nicht durch Imitation von Rauch, sondern durch eine befriedigende Reproduktion des Tabak-Charakters.

Wie Sie zwischen Virginia-Tabak, Oriental und dunklem Tabak richtig wählen?

Nachdem wir verstanden haben, dass wir das Aroma des Tabakblatts und nicht des Rauchs suchen, beginnt die eigentliche Arbeit des Sommeliers: die Auswahl der richtigen Tabaksorte. Ähnlich wie bei Weintrauben hat jede Tabaksorte ein eigenes, charakteristisches Aromenprofil. Die drei Hauptfamilien, die Sie in E-Liquids finden werden, sind Virginia, Burley (oft als Teil von American Blends) und dunkle/orientalische Tabake. Ihre Wahl hängt direkt vom Geschmacksprofil Ihrer ehemaligen Zigarettenmarke ab.

Die verschiedenen Tabaksorten sind die Bausteine für jedes Liquid. Das Verständnis ihrer Grundcharakteristika ist der erste Schritt zur Entschlüsselung Ihres perfekten Geschmacks.

Weitwinkelaufnahme von drei verschiedenen Tabakblättern auf hellem Holztisch mit deutschem Handwerkzeug

Diese visuellen Unterschiede spiegeln sich direkt im Geschmack wider. Ein goldener Virginia-Tabak liefert eine helle, oft süßliche Basis, während ein dunkler, feuergetrockneter Tabak herbe, rauchige und fast ledrige Noten beisteuert. Die Kunst der Liquid-Hersteller liegt darin, diese Sorten zu einem harmonischen Ganzen zu komponieren.

Die folgende Tabelle bietet eine Orientierung, welches Geschmacksprofil zu welcher Tabaksorte passt und welche bekannten Zigarettenmarken auf diesen Sorten basieren. Eine solche vergleichende Analyse ist entscheidend, um Fehlkäufe zu vermeiden.

Vergleich der Tabaksorten für E-Liquids
Tabaksorte Geschmacksprofil Passende Zigarettenmarken Empfohlene Liquids
Virginia Mild, leicht süßlich F6, leichte deutsche Marken Hampton Tabak Vincent
Burley/American Blend Würzig, vollmundig Marlboro, West, Lucky Strike RY4, American Blend
Oriental/Dark Herb, parfümiert Gauloises, Gitanes Dark Tobacco Liquids

Marlboro-Raucher vs. Lucky-Strike-Raucher: Welches Tabak-Liquid passt zu Ihrer Marke?

Mit dem Wissen über die Tabaksorten können wir nun konkret werden. Die meisten weltweit bekannten Zigaretten sind keine „Single Origin“-Produkte, sondern sogenannte „American Blends“. Diese Mischungen bestehen typischerweise aus Virginia-, Burley- und einem kleinen Anteil Orient-Tabak. Marken wie Marlboro, West oder Lucky Strike verdanken ihren charakteristischen Geschmack genau diesem ausgewogenen, würzig-vollmundigen Assemblage. Wenn Sie also einer dieser Marken treu waren, ist Ihre Suche relativ einfach: Suchen Sie gezielt nach Liquids, die als „American Blend“, „RY4“ (eine klassische Mischung mit Karamell- und Vanillenoten) oder einfach als „Würzig“ beschrieben werden.

Haben Sie hingegen eine leichtere, eher süßliche Marke wie die deutsche F6 bevorzugt, ist ein Liquid auf reiner Virginia-Basis die bessere Wahl. Diese Liquids sind oft heller in der Farbe und haben eine weichere, sanftere Note im Abgang. Für Raucher von starken, charaktervollen Zigaretten wie Gauloises oder Gitanes liegt die Lösung in dunklen, oft luft- oder feuergetrockneten Tabaken. Suchen Sie nach Begriffen wie „Dark Fired“, „Zware“ oder „Halfzware“, die oft ein herbes, leicht rauchiges und manchmal sogar erdiges Profil aufweisen. Hier kommen auch die sogenannten NET-Liquids (Naturally Extracted Tobacco) ins Spiel, die durch echte Extraktion aus Tabakblättern einen besonders authentischen Geschmack bieten.

Einige deutsche Manufakturen haben sich auf die Kunst spezialisiert, diese authentischen Tabakgeschmäcker zu kreieren. Wie der Hersteller Tom Klark über eine seiner Kreationen anmerkt, geht es darum, die Essenz des Tabaks einzufangen:

Der Schwarze Hahn ist Tom Klarks erste reine Tabak-Kreation, die ausschließlich aus dem Zusammenspiel verschiedener Tabakaromen entstand. Das Besondere ist, dass sie durch ihren authentischen Tabakgeschmack das Nikotinverlangen beim Dampfen mindert.

– Tom Klark, Tom Klark’s E-Liquid Online Shop

Der Fehler, als frischer Umsteiger sofort auf Frucht-Liquids zu wechseln: Die Rückfallgefahr?

In vielen Vapeshops wird Neulingen oft geraten, es doch einmal mit Mango, Erdbeere oder Waldmeister zu probieren. Die Argumentation lautet meist, dass diese Geschmäcker angenehmer seien und die Abkehr von der Zigarette erleichtern würden. Für viele Umsteiger ist dies jedoch ein strategischer Fehler, der das Rückfallrisiko erhöht. Der Grund dafür ist psychologischer Natur: Der Umstieg ist nicht nur eine Nikotinsubstitution, sondern der Ersatz eines tief verankerten Rituals. Der Erfolg hängt von einer möglichst nahtlosen Übertragung der sensorischen Erfahrung ab: Hand-zu-Mund-Bewegung, Inhalation, das Gefühl im Hals („Throat Hit“) und der vertraute Geschmack.

Wenn Sie den gewohnten Tabakgeschmack abrupt durch ein völlig fremdes Aroma wie Frucht ersetzen, schaffen Sie eine kognitive Dissonanz. Ihr Gehirn erhält zwar Nikotin, aber das gesamte sensorische Paket stimmt nicht mehr. Das Gefühl der „Befriedigung“ bleibt aus, was zu ständigem Dampfen (Dauernuckeln) oder dem Gefühl führt, dass „etwas fehlt“. Dies ist der Moment, in dem der Griff zur Zigarette wieder verlockend wird. Es ist daher entscheidend, in der kritischen Anfangsphase ein Tabak-Liquid zu finden, das dem vertrauten Geschmacksprofil so nahe wie möglich kommt.

Nahaufnahme einer Hand, die zwischen Tabak-Liquid und Frucht-Liquid wählt

Erst wenn sich die Routine des Dampfens über mehrere Wochen oder Monate gefestigt hat und die psychologische Abhängigkeit vom „Zigarettengeschmack“ nachlässt, ist der Zeitpunkt gekommen, um neugierig die Welt der anderen Aromen zu erkunden. Die Debatte um süße Geschmäcker wird oft im Kontext des Jugendschutzes geführt, wobei aktuelle Studien eine positive Entwicklung zeigen, da laut einer BZgA-Studie fast 83% der 12- bis 17-Jährigen in Deutschland noch nie geraucht haben. Für erwachsene Umsteiger bleibt der Tabakgeschmack jedoch ein entscheidender Anker in der Übergangsphase.

Wann 3mg, 6mg, 12mg oder 18mg Nikotin bei Tabak-Liquids: Der Rechner?

Die Wahl der richtigen Nikotinstärke ist genauso wichtig wie die des Geschmacks. Eine falsche Dosierung kann den Umstieg zunichtemachen. Ist die Stärke zu niedrig, verspüren Sie permanentes Verlangen und dampfen ununterbrochen, ohne je eine Sättigung zu erreichen. Ist sie zu hoch, drohen Kopfschmerzen, Schwindel oder Übelkeit. Ein exakter „Rechner“ ist schwierig, da der Bedarf von der bisherigen Zigarettenmarke, der Anzahl der gerauchten Zigaretten und der individuellen Verstoffwechselung abhängt. Es gibt jedoch eine zuverlässige Faustregel für den Start.

Orientieren Sie sich an Ihrem bisherigen Konsum:

  • Starker Raucher (über 20 Zigaretten/Tag): Starten Sie mit 12mg/ml oder sogar 18mg/ml. Hohe Konzentrationen sind entscheidend, um die Nikotinspitzen, die eine Zigarette liefert, effektiv zu simulieren und Entzugserscheinungen zu vermeiden.
  • Moderater Raucher (10-20 Zigaretten/Tag): Ein Bereich von 6mg/ml bis 12mg/ml ist meist ideal. Beginnen Sie eher am oberen Ende und passen Sie bei Bedarf nach unten an.
  • Leichter Raucher (weniger als 10 Zigaretten/Tag): Hier genügen oft 3mg/ml oder 6mg/ml.

Wichtig ist, dass Sie diese Wahl nicht in Stein meißeln. Geben Sie sich eine Woche Zeit mit der gewählten Stärke. Wenn Sie nach einer Woche immer noch das Gefühl haben, ständig an Ihrer E-Zigarette ziehen zu müssen, ist die Dosis wahrscheinlich zu gering. Fühlen Sie sich hingegen nach wenigen Zügen unwohl oder schwindelig, ist sie zu hoch. Eine besondere Rolle spielen hier auch Nikotinsalz-Liquids. Sie ermöglichen hohe Nikotinkonzentrationen (oft 20mg/ml) bei einem deutlich sanfteren Gefühl im Hals, was sie für starke Ex-Raucher besonders attraktiv macht.

Wie Sie zwischen Virginia-Tabak, Oriental und dunklem Tabak richtig wählen?

Die Kenntnis der drei Grundtypen von Tabak ist der erste Schritt. Der zweite, fortgeschrittenere Schritt besteht darin, zu verstehen, wie diese im Liquid zusammenspielen. Selten besteht ein hochwertiges Tabak-Liquid nur aus einem einzigen Aroma. Die wahre Kunst des „Blendings“, also des Mischens, besteht darin, die Eigenschaften der einzelnen Sorten zu einem neuen, komplexeren Geschmackserlebnis zu vereinen. Ein guter Liquid-Hersteller agiert hier wie ein Kellermeister, der verschiedene Rebsorten zu einer Cuvée komponiert.

Ein typischer „American Blend“ in einem Liquid könnte beispielsweise zu 60 % aus einem süßlichen Virginia-Tabak bestehen, der die Basis bildet. Dazu kommen 30 % würziger Burley, der für den vollen Körper und die „Kratzigkeit“ sorgt, die viele Raucher schätzen. Abgerundet wird die Mischung durch 10 % Orient-Tabak, der eine leicht parfümierte, exotische Note beisteuert und dem Ganzen Tiefe verleiht. Wenn Sie also ein Liquid sehen, das Noten von Heu, Nuss und Gewürzen verspricht, handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um einen solchen komplexen Blend.

Für Umsteiger bedeutet das: Lesen Sie die Geschmacksbeschreibungen der Hersteller genau. Gehen Sie über den einfachen Namen „Tabak“ hinaus. Suchen Sie nach Hinweisen auf die verwendeten Sorten. Ein Liquid namens „Golden Virginia“ wird sich fundamental von einem namens „Dark Kentucky Blend“ unterscheiden. Wenn Sie unsicher sind, beginnen Sie mit einem klassischen, ausgewogenen Blend. Diese bieten oft das rundeste und zugänglichste Geschmackserlebnis für den Anfang. Erst wenn Sie Ihren Basisgeschmack gefunden haben, können Sie gezielt nach Liquids mit einem höheren Anteil an würzigem Orient-Tabak oder rauchigem Latakia suchen, um das Erlebnis zu verfeinern.

Marlboro-Raucher vs. Lucky-Strike-Raucher: Welches Tabak-Liquid passt zu Ihrer Marke?

Selbst innerhalb der Familie der „American Blends“ gibt es feine, aber entscheidende Unterschiede. Ein Marlboro-Raucher hat eine andere Geschmackserwartung als ein West-Raucher, obwohl beide Marken auf ähnlichen Tabakmischungen basieren. Hier kommt die Suche nach der ultimativen Authentizität ins Spiel: die Naturally Extracted Tobacco (NET) Liquids. Im Gegensatz zu herkömmlichen Liquids, die künstliche Aromen verwenden, werden NETs durch einen Mazerationsprozess gewonnen. Echte Tabakblätter werden über Wochen oder Monate in Propylenglykol und/oder pflanzlichem Glyzerin eingelegt, um ihre natürlichen Aromastoffe langsam zu extrahieren.

Das Ergebnis ist ein Geschmack, der der Komplexität des echten Tabaks am nächsten kommt. Für einen Puristen, der den herben, unverfälschten Geschmack von dunklem Tabak einer Gauloises oder dem würzigen Charakter von Drum-Drehtabak nachtrauert, können NET-Liquids eine Offenbarung sein. Marken wie Black Note haben sich auf diesen Prozess spezialisiert und bieten sortenreine Extrakte an, die das Terroir des Tabaks widerspiegeln.

Die Erfahrungen anderer Umsteiger sind hier Gold wert. In deutschen Dampferforen liest man oft Berichte, die diese Authentizität bestätigen. Ein Nutzer beschreibt ein NET-Liquid beispielsweise so: „‚Rock‘ ist wie ein Flashback an Schwarzer Krauser, Gitanes, Gauloises von damals.“ Diese Liquids sind oft teurer und können die Verdampferköpfe (Coils) schneller abnutzen, da sie natürliche Zucker und Öle enthalten. Für den anspruchsvollen Umsteiger, der nach monatelanger Suche mit künstlichen Aromen frustriert ist, stellen sie jedoch oft den heiligen Gral dar – die perfekte Brücke zwischen der alten und der neuen Welt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Akzeptieren Sie den chemischen Unterschied: Ein verdampftes Liquid kann und soll nicht wie verbrannter Tabak schmecken.
  • Identifizieren Sie die Tabakfamilie Ihrer alten Zigarettenmarke (z.B. American Blend für Marlboro) als Ausgangspunkt.
  • Beginnen Sie mit einem reinen Tabak-Liquid und der richtigen Nikotinstärke, um die Rückfallgefahr zu minimieren.

Warum traditioneller Tabakgeschmack in E-Liquids aus 12+ Aromen besteht?

Sie haben die richtige Tabaksorte und Nikotinstärke gefunden, aber etwas fehlt immer noch zur Perfektion. Die Erklärung liegt in der unglaublichen Komplexität von Tabak selbst. Ein einzelnes Tabakblatt enthält Hunderte von Aromaverbindungen. Um diese Tiefe in einem Liquid nachzubilden, greifen Meister-Mixologen wie Tom Klark nicht nur auf ein oder zwei Tabakaromen zurück, sondern komponieren ihre Liquids aus einem Dutzend oder mehr Einzelaromen. Diese können Noten von Schokolade, Nüssen, getrockneten Früchten, Holz oder sogar einem Hauch Vanille enthalten – allesamt Nuancen, die auch in hochwertigem, gereiftem Tabak zu finden sind.

Diese Komplexität hat einen faszinierenden Nebeneffekt, den viele Dampfer erst mit der Zeit entdecken. Premium-Tabak-Liquids verändern ihren Geschmack je nach verwendeter Hardware und Leistungseinstellung (Watt). Bei niedriger Wattzahl treten vielleicht die süßen, heuartigen Noten des Virginia-Tabaks in den Vordergrund. Erhöht man die Leistung, entfalten sich plötzlich die dunkleren, röstigen Aromen, die an Kaffee oder dunkle Schokolade erinnern. Das Liquid „atmet“ und „lebt“ mit dem Dampfer, es wird nie langweilig.

Fallstudie: Tom Klarks komplexe Aromenarchitektur

Die Liquids des deutschen Herstellers Tom Klark sind ein Paradebeispiel für diese Philosophie. Sie bestehen aus bis zu 14 sorgfältig abgestimmten Aromen. Das Besondere daran ist, dass sich das Geschmacksprofil je nach eingestellter Wattzahl am Akkuträger verändert. Bei einer niedrigen Leistung schmeckt man vielleicht feine Apfelnoten, bei einer höheren Leistung dominiert ein kräftiger Schokoladen- oder Tabakgeschmack. Diese nach monatelanger Forschung entwickelten Liquids sind als „Dauerdampf-Liquids“ konzipiert, die auch nach Wochen nicht langweilig werden, da sie sich ständig weiterentwickeln und mit dem Dampfer „wachsen“.

Für Sie als Umsteiger bedeutet dies, dass die Reise nicht mit dem Kauf der Flasche endet. Die wahre Entfaltung des Geschmacks erfordert etwas Geduld und Experimentierfreude.

Ihre Checkliste zur Optimierung des Tabakgeschmacks

  1. Reifen lassen (Steeping): Geben Sie einem neuen Tabak-Liquid mindestens 2-4 Wochen Zeit, um an einem dunklen, kühlen Ort nachzureifen. Die Aromen verbinden sich und der Geschmack wird runder und tiefer.
  2. Mit Leistung experimentieren: Variieren Sie die Wattzahl Ihres Geräts in kleinen Schritten (z.B. von 15W bis 25W). Achten Sie darauf, wie sich einzelne Geschmacksnuancen verändern.
  3. Verdampferwahl prüfen: Nutzen Sie MTL-Verdampfer (Mouth-to-Lung), die den Zug einer Zigarette imitieren. Sie sind bekannt dafür, Tabakaromen intensiver und detailreicher wiederzugeben als DL-Verdampfer (Direct-Lung).
  4. Eigene Blends wagen: Wenn Sie experimentierfreudig sind, mischen Sie zwei verschiedene Tabak-Liquids. Eine Mischung aus 70 % eines milden Virginia-Liquids und 30 % eines rauchigen Kentucky-Liquids kann ein völlig neues Geschmackserlebnis schaffen.
  5. Dokumentation führen: Notieren Sie sich, welche Liquids bei welcher Wattzahl und nach welcher Reifezeit am besten schmecken. So können Sie Ihre perfekten Einstellungen jederzeit reproduzieren.

Die Meisterschaft liegt im Detail. Indem Sie die Komplexität eines Premium-Liquids verstehen und zu steuern lernen, vollenden Sie Ihre Reise vom Raucher zum wahren Genießer.

Die Suche nach dem perfekten Tabak-Liquid ist eine persönliche Reise, die mit dem Verständnis für Aromen beginnt und durch gezieltes Experimentieren zur Meisterschaft führt. Indem Sie die Rolle eines Sommeliers einnehmen, verwandeln Sie eine potenziell frustrierende Suche in ein spannendes Abenteuer der Sinne. Beginnen Sie noch heute damit, Ihre alte Marke zu analysieren und den ersten Schritt in Richtung eines wirklich befriedigenden Dampferlebnisses zu machen.

Häufige Fragen zum Thema Tabak-E-Liquid finden, das wie Ihre Zigarettenmarke schmeckt

Wie erkenne ich die richtige Nikotinstärke?

Achten Sie auf die Signale Ihres Körpers nach etwa einer Woche. Ein ständiges Verlangen zu dampfen deutet auf eine zu niedrige Stärke hin. Kopfschmerzen oder Schwindel nach wenigen Zügen sind ein Zeichen für eine zu hohe Dosis. Passen Sie die Stärke entsprechend an, bis Sie eine angenehme Sättigung spüren.

Was ist der Unterschied zwischen Freebase und Nikotinsalz?

Der Hauptunterschied liegt im Gefühl im Hals („Throat Hit“) und der Anflutungsgeschwindigkeit. Nikotinsalze bieten selbst bei hohen Konzentrationen (z.B. 20mg/ml) einen sanfteren Throat Hit und das Nikotin gelangt schneller ins Blut. Das macht sie ideal für starke Umsteiger, die einen schnellen und kräftigen Nikotin-Kick benötigen, ohne einen kratzigen Hals zu bekommen.

Geschrieben von Lisa Becker, Lisa Becker ist E-Zigaretten-Fachberaterin und Produktspezialistin mit 12 Jahren Erfahrung in der Dampf-Branche. Sie leitet ein spezialisiertes Fachgeschäft für E-Zigaretten und berät täglich Umsteiger von Tabak auf E-Zigaretten bei der Auswahl von Geräten und Liquids.