Veröffentlicht am März 11, 2024

Der Umstieg scheitert oft an der Enttäuschung, dass kein Liquid wie eine Zigarette schmeckt. Der Schlüssel liegt nicht im blinden Suchen, sondern im gezielten Entschlüsseln des Aromenprofils Ihrer Marke.

  • Verbrannter Tabak hat durch Pyrolyse tausende chemische Verbindungen, die reiner Dampf nicht reproduzieren kann.
  • Ihre Zigarettenmarke ist ein spezifischer „Blend“ (z.B. Virginia/Burley/Oriental), den Sie im Liquid gezielt suchen müssen.

Empfehlung: Identifizieren Sie den Tabak-Typ Ihrer Marke (z.B. „American Blend“ für Marlboro) und suchen Sie nach Liquids mit Codenamen wie „USA Red Mix“ oder „Cowboy Blend“.

Der erste Zug an der neuen E-Zigarette, gefüllt mit einem sorgfältig ausgewählten Tabak-Liquid. Die Erwartung ist hoch: Endlich der vertraute Geschmack ohne die Nachteile der Verbrennung. Doch dann die Ernüchterung. Es schmeckt anders. Nicht schlecht, aber eben nicht wie die über Jahre liebgewonnene Zigarettenmarke. Diese Erfahrung ist für unzählige Umsteiger in Deutschland der erste und oft entscheidende Stolperstein. Viele geben frustriert auf und kehren zur Tabakzigarette zurück, überzeugt davon, dass „die E-Zigarette einfach nicht dasselbe ist“.

Man hört oft den Rat, man müsse sich eben an den neuen Geschmack gewöhnen oder direkt auf fruchtige Aromen umsteigen. Doch für einen Raucher, dessen Gehirn und Geschmacksknospen auf ein ganz bestimmtes sensorisches Erlebnis konditioniert sind, ist das keine befriedigende Lösung. Der Wunsch nach dem authentischen, reichen Aroma der eigenen Marke ist tief verankert und ein entscheidender psychologischer Faktor für den erfolgreichen Umstieg.

Was wäre aber, wenn die Suche nach dem perfekten Tabak-Liquid kein Glücksspiel, sondern eine Kunst wäre? Die Kunst des „Geschmacks-Reverse-Engineerings“. Es geht nicht darum, blind Dutzende von Fläschchen zu testen, sondern darum, das Aromenprofil Ihrer alten Zigarettenmarke wie ein Sommelier zu entschlüsseln und es in der Welt der E-Liquids gezielt wiederzufinden. Dieser Leitfaden ist Ihre Anleitung für genau diesen Prozess. Wir werden die chemischen Gründe für die Geschmacksunterschiede aufdecken, die Tabak-Typologien entschlüsseln, die hinter Ihrer Marke stecken, und Ihnen zeigen, wie Sie die Geheimsprache der Liquid-Hersteller verstehen, um endlich den Geschmack zu finden, der sich wie Zuhause anfühlt.

Dieser Artikel führt Sie Schritt für Schritt durch die Welt der Tabakaromen. Wir erklären, warum eine 1:1-Kopie unmöglich ist, wie Sie aber dennoch erstaunlich nah an den Geschmack Ihrer Lieblingsmarke herankommen können. Entdecken Sie die Geheimnisse der Tabakmischungen und finden Sie Ihren perfekten Begleiter für den erfolgreichen Umstieg.

Warum E-Liquid niemals 100% wie verbrannter Tabak schmeckt: Die chemische Erklärung?

Die fundamentale Enttäuschung vieler Umsteiger wurzelt in einem einfachen chemischen Missverständnis: Verdampfen ist nicht Verbrennen. Eine Tabakzigarette erzeugt ihren charakteristischen Geschmack durch einen brutalen Prozess bei über 600°C. Dabei entstehen durch die Verbrennung laut aktuellen Forschungsdaten über 7.000 chemische Verbindungen, von denen viele den Geschmack und das Gefühl im Hals, den sogenannten „Throat Hit“, ausmachen. Eine E-Zigarette hingegen erhitzt ein Liquid nur auf etwa 150-250°C und verdampft es. Dieser sanfte Prozess setzt nur die flüchtigen Aromamoleküle frei, ohne die Tausenden von Nebenprodukten der Verbrennung zu erzeugen.

Die Hauptunterschiede lassen sich auf zwei Kernprozesse herunterbrechen:

  • Pyrolyse: Bei der Verbrennung zersetzen sich die Pflanzenfasern des Tabaks in Tausende neuer, oft komplexer und teils schädlicher Verbindungen. Diese „Verbrennungsnoten“ – ein rauchiger, aschiger, teils kratziger Geschmack – sind ein wesentlicher Teil des Zigarettenerlebnisses. Dieser Prozess findet bei der Verdampfung nicht statt.
  • Maillard-Reaktion: Ähnlich wie beim Braten von Fleisch oder Rösten von Kaffee karamellisieren die im Tabak enthaltenen Zucker bei hohen Temperaturen. Dies erzeugt reiche, süßliche und geröstete Aromen, die ein E-Liquid-Aroma allein nur schwer nachbilden kann.

Der „Throat Hit“ einer Zigarette ist ebenfalls komplexer, da er nicht nur vom Nikotin, sondern auch von den festen Partikeln des Rauchs erzeugt wird. Der Dampf einer E-Zigarette ist im Vergleich „sauberer“ und der Reiz im Hals wird fast ausschließlich durch das Nikotin und das Propylenglykol (PG) im Liquid erzeugt. Das Ziel ist es also nicht, eine unmögliche 1:1-Kopie zu finden, sondern das ursprüngliche Aroma des reinen Tabaks zu finden, bevor es verbrannt wurde.

Wie Sie zwischen Virginia-Tabak, Oriental und dunklem Tabak richtig wählen?

Um das Geschmacksprofil Ihrer Zigarettenmarke zu entschlüsseln, müssen Sie die Hauptdarsteller kennen: die fundamentalen Tabaksorten. Wie bei einer guten Cuvée im Weinbau besteht auch der Geschmack Ihrer Zigarette aus einer spezifischen Mischung. Als E-Liquid-Sommelier konzentrieren wir uns auf die drei wichtigsten Typen, die das Fundament fast aller bekannten Marken in Deutschland bilden.

Zuerst der Virginia-Tabak. Er ist der Goldstandard, hell, sonnengetrocknet und bekannt für sein natürlich süßes, fast heuartiges Aroma. Wenn Sie eine leichtere, mildere Zigarette geraucht haben, spielte Virginia wahrscheinlich die Hauptrolle. Er bildet die süßliche, zugängliche Basis vieler Mischungen. Dann gibt es den Burley-Tabak (der oft mit Virginia kombiniert wird). Er ist luftgetrocknet, hat einen geringeren Zuckergehalt und liefert einen kräftigen, trockenen und nussigen bis kakaoartigen Geschmack. Er sorgt für den „Körper“ und die Tiefe in einer Mischung.

Der dritte im Bunde ist der Oriental-Tabak. Er wächst in der Sonne des Balkans und der Türkei, ist kleinblättrig und extrem aromatisch. Sein Geschmack ist würzig, leicht blumig und manchmal fast schon harzig. Er ist das Gewürz in der Mischung, das für eine exotische, komplexe Note sorgt. Schließlich gibt es noch den dunklen Tabak (Dark Fired), der über schwelendem Holzfeuer getrocknet wird und dadurch ein intensives, rauchiges und erdiges Aroma erhält, das an Zigarren oder Pfeifentabak erinnert.

Drei verschiedene Tabaksorten in Glasschalen nebeneinander

Indem Sie identifizieren, welche dieser Noten in Ihrer Erinnerung an den Zigarettengeschmack dominiert – Süße, Nussigkeit, Würze oder Rauch – können Sie gezielt nach E-Liquids suchen, die auf der entsprechenden Tabaksorte basieren. Dies ist der erste, entscheidende Schritt im Prozess des Geschmacks-Reverse-Engineerings.

Marlboro-Raucher vs. Lucky-Strike-Raucher: Welches Tabak-Liquid passt zu Ihrer Marke?

Da E-Liquid-Hersteller aus rechtlichen Gründen keine Markennamen von Zigaretten verwenden dürfen, haben sie eine Art Geheimsprache entwickelt. Diese Codes zu kennen, ist der entscheidende Vorteil auf Ihrer Suche. Anstatt blind zu probieren, können Sie gezielt nach Liquids suchen, deren Namen auf das Geschmacksprofil Ihrer Marke hindeuten. Dies ist der praktischste Teil des Sommelier-Handwerks.

Die meisten beliebten amerikanischen Marken fallen in die Kategorie „American Blend“. Wenn Sie also jahrelang Marlboro, L&M oder Pall Mall geraucht haben, ist Ihr Ziel klar. Suchen Sie nach E-Liquids mit Namen, die diesen Stil umschreiben. Hier kommt die Entschlüsselung ins Spiel.

Die Geheimsprache der Liquid-Hersteller entschlüsseln

Hersteller verwenden deskriptive Codenamen, um das Geschmacksprofil anzudeuten. Für einen Marlboro-ähnlichen Geschmack (kräftiger American Blend) sind Begriffe wie „USA Red Mix“, „American Blend“ oder auch fantasievolle Namen wie „Cowboy Blend“ und „Wüsten-Schiff“ klare Indikatoren. Raucher von Marlboro Gold sollten nach „Golden Tobacco“ oder „Smooth Tobacco“ Ausschau halten. Für Raucher von Lucky Strike sind Bezeichnungen wie „Lucky Blend“ oder „Classic American Tobacco“ oft der richtige Weg, da diese Marke einen etwas röstaromatischeren Charakter hat. Das Wissen um diese Codes verwandelt die Suche von einem Ratespiel in eine gezielte Jagd.

Denken Sie daran: Diese Bezeichnungen sind Richtungsweiser, keine Garantien. Jeder Hersteller hat seine eigene Interpretation des klassischen Geschmacks. Aber indem Sie sich an diesen Codes orientieren, erhöhen Sie Ihre Trefferquote um ein Vielfaches und vermeiden teure Fehlkäufe. Sie suchen nicht mehr nach „irgendeinem“ Tabak-Liquid, sondern nach einem „American Blend“ mit einem Profil, das zu Ihrer ehemaligen Marke passt.

Der Fehler, als frischer Umsteiger sofort auf Frucht-Liquids zu wechseln: Die Rückfallgefahr?

Ein gut gemeinter, aber oft fataler Ratschlag für frustrierte Umsteiger lautet: „Wenn dir Tabak nicht schmeckt, probier doch mal Frucht!“ Psychologisch gesehen kann dies den Umstieg jedoch sabotieren. Ihr Gehirn hat über Jahre eine starke Verknüpfung aufgebaut: Das Verlangen nach Nikotin wird durch den Geschmack und Geruch von Tabak befriedigt. Wenn Sie dieses Ritual abrupt durch den Geschmack von Erdbeere oder Mango ersetzen, kann das Gehirn in eine kognitive Dissonanz geraten. Die Nikotinsättigung findet zwar statt, aber das sensorische Signal, das die Befriedigung signalisiert, fehlt. Die Folge: Das Verlangen nach dem „echten“ Tabakgeschmack bleibt bestehen und die Gefahr eines Rückfalls zur Zigarette steigt.

Der Schlüssel liegt in einer strukturierten Übergangsphase. Anstatt sofort alles über Bord zu werfen, sollten Sie dem Gehirn Zeit geben, die Verknüpfung von Nikotinbefriedigung und dem neuen Dampferlebnis zu festigen. Die oberste Priorität in den ersten Wochen ist die Rückfallprävention, nicht die geschmackliche Abenteuerreise. Erst wenn das Dampfen zur neuen, stabilen Gewohnheit geworden ist, ist der richtige Zeitpunkt für Experimente gekommen.

Ein bewährter Ansatz ist ein schrittweiser Geschmacksfahrplan, der die Routine festigt, bevor neue Reize eingeführt werden.

Ihr 4-Wochen-Geschmacksfahrplan zum Erfolg

  1. Woche 1-2: Fokussieren Sie sich ausschließlich auf ein bis zwei Tabak-Liquids, die dem Profil Ihrer alten Marke am nächsten kommen. Ziel ist es, eine stabile Routine aufzubauen und das Verlangen nach einer Zigarette vollständig durch die E-Zigarette zu ersetzen.
  2. Woche 3-4: Behalten Sie Ihr gewähltes Tabak-Liquid bei. Experimentieren Sie nicht. In dieser Phase festigt sich die neue Gewohnheit und Ihr Gehirn lernt, die Nikotinzufuhr mit dem Dampfen zu assoziieren.
  3. Ab Woche 5: Wenn Sie neugierig auf andere Geschmäcker sind, führen Sie ein zweites, günstiges Pod-System ein. Nutzen Sie dieses parallel für Fruchtexperimente, behalten aber Ihr Hauptgerät mit dem vertrauten Tabak-Liquid für die „ernsthaften“ Momente des Verlangens.
  4. Ab Woche 8: Ihr Hauptgerät bleibt Ihr Anker mit dem Tabakgeschmack. Das Zweitgerät dient als Spielwiese für Geschmacksexperimente. So befriedigen Sie die Neugier, ohne die stabile Basis Ihres Umstiegs zu gefährden.

Dieser strukturierte Weg verhindert den Kulturschock für Ihre Geschmacksknospen und gibt Ihnen die Sicherheit eines vertrauten Geschmacks, während Sie sich langsam an die neue Welt der Aromen herantasten.

Wann 3mg, 6mg, 12mg oder 18mg Nikotin bei Tabak-Liquids: Der Rechner?

Die Wahl der richtigen Nikotinstärke ist ebenso entscheidend wie die Wahl des Geschmacks. Eine zu niedrige Dosis führt zu Entzugserscheinungen und dem Gefühl, „ständig ziehen zu müssen“. Eine zu hohe Dosis kann zu Schwindel, Kopfschmerzen und einem unangenehm kratzigen Gefühl im Hals führen. Die perfekte Nikotinstärke für Ihr Tabak-Liquid hängt direkt von Ihrem bisherigen Rauchverhalten ab. Betrachten Sie dies als einfachen Rechner, um Ihren Startpunkt zu finden.

Als Faustregel gilt: Je mehr und je stärkere Zigaretten Sie geraucht haben, desto höher sollte Ihre anfängliche Nikotinstärke sein. Das Ziel ist es, die Nikotinsättigung, die Sie von einer Zigarette gewohnt sind, mit wenigen Zügen an der E-Zigarette zu erreichen.

  • Starke Raucher (mehr als 20 Zigaretten pro Tag): Für Sie ist eine Nikotinstärke von 12mg/ml bis 18mg/ml ideal. Diese hohe Konzentration sorgt für eine schnelle und effektive Befriedigung des Verlangens und imitiert den starken „Kick“ einer herkömmlichen Zigarette. Beginnen Sie eher am oberen Ende und passen Sie bei Bedarf nach unten an.
  • Moderate Raucher (10 bis 20 Zigaretten pro Tag): Eine Nikotinstärke im mittleren Bereich von 6mg/ml bis 12mg/ml ist hier der beste Ausgangspunkt. 6mg ist oft ein guter Allrounder, der ein befriedigendes Dampferlebnis ohne Überdosierung ermöglicht. Wenn Sie das Gefühl haben, nicht satt zu werden, steigen Sie auf 12mg um.
  • Leichte Raucher (weniger als 10 Zigaretten pro Tag): Wenn Sie nur gelegentlich oder leichte Zigaretten geraucht haben, ist eine niedrige Nikotinstärke von 3mg/ml bis 6mg/ml ausreichend. 3mg/ml eignet sich hervorragend, um das Ritual des Rauchens beizubehalten, ohne eine große Menge Nikotin zuzuführen.

Wichtig ist, diesen Wert als Startpunkt zu sehen. Anders als bei einer Zigarette können Sie die Nikotinzufuhr beim Dampfen selbst steuern. Merken Sie nach einigen Tagen, dass Sie permanent an Ihrer E-Zigarette ziehen, ist die Dosis eventuell zu niedrig. Fühlen Sie sich unwohl, ist sie zu hoch. Hören Sie auf Ihren Körper und passen Sie die Stärke bei der nächsten Liquid-Bestellung entsprechend an.

Wie Sie zwischen Virginia-Tabak, Oriental und dunklem Tabak richtig wählen?

Nachdem wir die einzelnen Tabaksorten als Grundbausteine kennengelernt haben, kommt nun der entscheidende Schritt des Sommeliers: die Analyse der Mischung, des sogenannten „Blends“. Kaum eine Zigarette besteht nur aus einer einzigen Tabaksorte. Der Geschmack, den Sie kennen und lieben, ist das Ergebnis einer kunstvollen Komposition, die darauf abzielt, ein ausgewogenes und charakteristisches Profil zu schaffen.

Die große Mehrheit der international bekannten Marken, die auch in Deutschland populär sind, basieren auf dem sogenannten American Blend. Dies ist die wichtigste Kategorie, die Sie als Umsteiger verstehen müssen. Ein typischer American Blend ist eine Mischung aus drei Komponenten: süßlicher Virginia-Tabak als Basis, kräftig-nussiger Burley-Tabak für den Körper und eine Prise würziger Oriental-Tabak für die Komplexität. Marken wie Marlboro, L&M oder Pall Mall sind Paradebeispiele für diesen Blend. Wenn Sie eine dieser Marken geraucht haben, ist Ihre Suche klar definiert: Sie suchen nach einem E-Liquid, das als „American Blend“ oder mit ähnlichen Begriffen beschrieben wird.

Es gibt jedoch auch andere Blends. Virginia Blends, wie sie beispielsweise für die Marke Dunhill charakteristisch waren, verzichten oft auf den Burley- und Oriental-Anteil und konzentrieren sich auf die reine, helle Süße des Virginia-Tabaks. Raucher dieser Marken sollten nach Liquids suchen, die als „Pure Virginia“ oder „Golden Tobacco“ bezeichnet werden. Im Gegensatz dazu stehen die in Deutschland historisch verwurzelten Deutschen Blends. Marken wie die zusatzstofffreie Roth-Händle setzten traditionell auf dunklen, würzigen und oft kräftigen Tabak. Ehemalige Raucher dieser Marken werden ihr Glück eher bei Liquids finden, die als „Dark Tobacco“, „Fire Cured“ oder „Würziger Tabak“ beschrieben werden.

Die Identifikation Ihres Blends ist wie das Entdecken der Rebsorte Ihres Lieblingsweins. Es gibt Ihnen eine klare Richtung und ein Vokabular, um gezielt nach dem zu fragen oder zu suchen, was Ihnen schmeckt. Sie bewegen sich von einem vagen „Ich suche Tabakgeschmack“ zu einem präzisen „Ich suche einen American Blend mit einer würzigen Note“.

Marlboro-Raucher vs. Lucky-Strike-Raucher: Welches Tabak-Liquid passt zu Ihrer Marke?

Nachdem Sie nun die Codes der Hersteller und die Zusammensetzung Ihrer bevorzugten Tabakmischung kennen, geht es um die Feinabstimmung und die sensorische Erwartung. Es geht nicht nur darum, das richtige Liquid zu finden, sondern auch darum, zu verstehen, was Sie geschmacklich erwarten können. Kundenrezensionen und Erfahrungen anderer Umsteiger können hier ein wertvoller Kompass sein, um die Beschreibungen der Hersteller in einen realen Kontext zu setzen.

Das Ziel ist eine Annäherung, eine Hommage an den bekannten Geschmack, nicht eine exakte Replik. Ein erfolgreiches Tabak-Liquid fängt die Essenz, den Charakter Ihrer alten Marke ein. Es weckt die vertraute Erinnerung, auch wenn die „Verbrennungsnoten“ fehlen. Die besten Tabak-Liquids schaffen genau das, wie die Erfahrung vieler zufriedener Umsteiger zeigt.

Es kommt 1 zu 1 einer Zigarette nahe, schmeckt wie eine Marlboro… Für alle die auch Umsteigen wollen kommt der Geschmack einer Pall Mall Rot, Lucky Strike oder Marlboro sehr nahe

– Dampfdorado Kundenrezension, Premium Tobacco Liquid Bewertung

Diese Art von Feedback ist Gold wert. Es bestätigt, dass es möglich ist, ein Liquid zu finden, das die richtige Saite zum Klingen bringt. Es zeigt auch, dass bestimmte Liquids ein breiteres Spektrum von American-Blend-Rauchern ansprechen können. Wenn Sie also ein ehemaliger Marlboro-Raucher sind, konzentrieren Sie sich auf Liquids, die als kräftig, vollmundig und leicht süßlich beschrieben werden. Als ehemaliger Lucky-Strike-Raucher suchen Sie nach Profilen mit einer zusätzlichen „gerösteten“ oder „herberen“ Note, die den charakteristischen „toasted“ Geschmack dieser Marke widerspiegelt.

Seien Sie geduldig in diesem Prozess. Es kann sein, dass Sie zwei oder drei verschiedene „American Blends“ von unterschiedlichen Herstellern probieren müssen, bis Sie den finden, der perfekt zu Ihrer persönlichen Geschmackserinnerung passt. Aber mit dem Wissen um Blends und Codes ist dies nun eine informierte und gezielte Suche, keine endlose Odyssee.

Das Wichtigste in Kürze

  • Verbrennung vs. Verdampfung: E-Liquid kann Tabakrauch chemisch nicht 1:1 imitieren, da die Tausenden Nebenprodukte der Pyrolyse fehlen.
  • Der Blend ist entscheidend: Identifizieren Sie den Mix Ihrer Zigarette (z.B. American Blend für Marlboro, Virginia Blend für Dunhill), um die Suche einzugrenzen.
  • Hersteller-Codes entschlüsseln: Suchen Sie gezielt nach Namen wie „USA Red Mix“ oder „Cowboy Blend“, die oft für Marlboro-ähnlichen Geschmack stehen.

Warum traditioneller Tabakgeschmack in E-Liquids aus 12+ Aromen besteht?

Der letzte und vielleicht faszinierendste Einblick in die Kunst des Liquid-Mischens offenbart, warum die besten Tabak-Liquids so komplex sind. Ein herausragender Tabakgeschmack entsteht selten aus einem einzigen Tabakaroma. Ähnlich wie ein Parfümeur verschiedene Essenzen kombiniert, um einen einzigartigen Duft zu kreieren, mischen erfahrene Liquid-Hersteller oft ein Dutzend oder mehr einzelne Aromen, um die Illusion eines reichen, authentischen Tabakprofils zu erzeugen.

Denken Sie an den Unterschied zwischen einer einfachen Traube und einem Glas komplexen Rotweins. Die Traube hat einen primären Geschmack. Der Wein hingegen entfaltet ein ganzes Bouquet an Aromen: Frucht, Eichenholz, Gewürze, erdige Noten. Genauso verhält es sich mit Tabak-Liquids. Ein einfaches Tabakaroma wäre die Traube. Ein meisterhaft gemischtes Tabak-Liquid ist der Wein. Es versucht, die durch die Maillard-Reaktion und die Trocknung des Tabaks entstandenen Nuancen nachzubilden.

Um den vollen, reichen Geschmack eines American Blend zu simulieren, werden daher nicht nur Virginia-, Burley- und Oriental-Aromen verwendet. Der Mischer fügt oft subtile Noten hinzu, um die fehlenden Verbrennungselemente zu kompensieren. Dazu können gehören: ein Hauch von Karamell oder Vanille, um die Süße der Maillard-Reaktion nachzubilden; nussige Aromen, um die Tiefe von Burley zu verstärken; holzige Noten, um einen Hauch von Fassreife zu suggerieren; oder sogar Spuren von Honig und Gewürzen, um die Komplexität des Orient-Tabaks hervorzuheben. Diese feinen Zusätze sind oft nicht einzeln herauszuschmecken, aber sie ergeben in ihrer Gesamtheit ein rundes, befriedigendes und authentisches Geschmackserlebnis.

Dieses Wissen verändert Ihre Perspektive als Verkoster. Sie suchen nicht mehr nach einem simplen Tabakgeschmack, sondern schätzen die Komplexität und die Kunstfertigkeit, die in einem guten Tabak-Liquid steckt. Es erklärt, warum manche Liquids „flach“ schmecken, während andere eine beeindruckende Tiefe und einen langen Abgang haben.

Beginnen Sie Ihre Entdeckungsreise also nicht mit einem zufälligen Griff ins Regal, sondern mit der gezielten Suche nach der DNA Ihrer ehemaligen Marke. Mit dem hier vermittelten Wissen eines Sommeliers sind Sie bestens gerüstet, die Enttäuschung hinter sich zu lassen und den Tabakgeschmack zu finden, der Ihren Umstieg nicht nur möglich, sondern zu einem echten Genuss macht.

Geschrieben von Lisa Becker, Lisa Becker ist E-Zigaretten-Fachberaterin und Produktspezialistin mit 12 Jahren Erfahrung in der Dampf-Branche. Sie leitet ein spezialisiertes Fachgeschäft für E-Zigaretten und berät täglich Umsteiger von Tabak auf E-Zigaretten bei der Auswahl von Geräten und Liquids.